Juya Shin
Die aus Südkorea stammende Juya Shin lebt in Deutschland, wo sie als Assistenzdirigentin des Gürzenich-Orchesters Köln tätig ist. Seit der Spielzeit 2025/26 arbeitet sie eng mit Andrés Orozco-Estrada bei Abonnement- und Tourneeprogrammen sowie bei Opernproduktionen der Oper Köln wie Le nozze di Figaro, Hänsel und Gretel und Manon Lescaut zusammen. Außerdem dirigiert sie das Gürzenich-Orchester in Konzerten außerhalb der Hauptspielzeit in der Kölner Philharmonie.
Diese Position folgt auf ihre Tätigkeit als Fellow Conductor beim London Philharmonic Orchestra. In der Spielzeit 2024/25 dirigierte Shin das LPO in deren regionaler Konzertreihe in Brighton sowie in besonderen Projekten in der Royal Festival Hall und der Queen Elizabeth Hall des Southbank Centre. Ihre Programme reichten von Rimski-Korsakows Scheherazade über entspannte Konzerte für ein jüngeres Publikum bis hin zu Neukompositionen im Rahmen der LPO-Reihe Debut Sounds. 2024 wurde sie zudem von Classic FM als »Rising Star« ausgewählt.
Zu Shins Gast-Engagements in der Saison 2025/26 zählen unter anderem das MDR-Sinfonieorchester, das Münchner Rundfunkorchester, das Bruckner Orchester Linz sowie eine zwölf Konzerte umfassende Tournee durch die Niederlande mit PhilZuid mit Werken von Fanny Mendelssohn und Nannerl Mozart. In den vergangenen Spielzeiten arbeitete sie außerdem mit dem Göttinger Symphonieorchester, der Janáček Philharmonie, der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, dem Ensemble Modern, der Philharmonie Baden-Baden, den Nürnberger Symphonikern, Sinfonia Iuventus beim Polnischen Radio in Warschau sowie Sinfonia Rotterdam zusammen.
Im Opernbereich verbrachte Shin zwei aufeinanderfolgende Sommer an der Georg Solti Accademia in Italien. Nachdem sie dort zunächst als Young Artist im Solti-Peretti-Repetitor-Kurs teilgenommen hatte, kehrte sie als Dirigentin für das Belcanto-Programm zurück. Sie absolvierte eine intensive Ausbildung im deutschen Repertoire bei Stefan Blunier am Nationaltheater-Orchester Mannheim, am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin sowie am Pfalztheater Kaiserslautern. Bereits im Alter von 19 Jahren dirigierte sie ihre erste Produktion von Die Zauberflöte beim Lyric Opera Studio Weimar, bevor sie dort später für Le nozze di Figaro und Die Fledermaus zurückkehrte.
Seit Shin beim Gürzenich-Orchester ist, hat sie unter anderem mit Andrés Orozco-Estrada, Sakari Oramo, Maxim Emelyanychev, Susanna Mälkki, Elim Chan und Thomas Adès zusammengearbeitet. Zuvor assistierte sie im Rahmen ihres LPO-Fellowships den Dirigenten Edward Gardner, Vladimir Jurowski, Karina Canellakis und Andrey Boreyko.
Shin nahm zudem an Meisterkursen mit Karina Canellakis und dem Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, der Gstaad Festival Conducting Academy mit Jaap van Zweden und Johannes Schlaefli sowie mit dem Seoul Philharmonic Orchestra unter Manfred Honeck und Jaap van Zweden teil.
Nach einem Teil ihrer prägenden Ausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste bei Johannes Schlaefli schließt Shin ihr Masterstudium im Fach Orchesterleitung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim im Jahr 2026 ab.