Sinfonischer Kehraus
Programm
Konzert 1 ab 16 Uhr
Giovanni Gabrieli
Exaudi me Domine aus Sacrae Symphoniae
Bearbeitung: Oscar Jockel
Sergej Prokofjew
Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25
»Symphonie classique«
Peter Tschaikowsky
Rokoko-Variationen für Violoncello und Orchester A-Dur op. 33
Konzert 2 ab 18 Uhr
Richard Strauss
Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28
Helmut Lachenmann
Tanzsuite mit Deutschlandlied
Konzert 3 ab 20 Uhr
Claude Debussy
Prélude à l'après-midi d'un faune
George Gershwin
Rhapsody in Blue
Maurice Ravel
La Valse
Besetzung
Jean-Guihen Queyras
Violoncello
Quatuor Diotima
Kirill Gerstein
Klavier
Oscar Jockel
Dirigent
In Kooperation mit KölnMusik
Termine
Aktuell keine Konzerte vorhanden.
Abonnieren Sie sich unseren Newsletter um keine Neuigkeiten zu verpassen.
Mit gleich drei prominent besetzten Kurzkonzerten verabschiedet sich das Gürzenich-Orchester Köln mit einem »Großen Saisonfinale« vom Publikum – ein musikalisches Dankeschön unter der Leitung von Oscar Jockel.
Bereits im ersten Konzert knistert es vor Virtuosität, wenn der französische Starcellist Jean-Guihen Queyras Tschaikowskys »Rokoko-Variationen« spielt – ein Glanzstück der Celloliteratur, inspiriert von Mozarts Eleganz. Mit Prokofjews heiterer »Klassischer Sinfonie« folgt eine charmante Hommage an Joseph Haydn – ein augenzwinkernder Gruß eines russischen Modernisten an die Wiener Klassik. Den festlichen Auftakt aber bildet ein prachtvolles Vokalwerk des venezianischen Renaissance-Meisters Giovanni Gabrieli, mit dem das Orchester den Saal in eine klanggewaltige Kathedrale verwandelt.
Im zweiten Konzertteil wendet sich das Gürzenich-Orchester zwei Werken zu, die auf ganz eigene Weise musikalische Traditionen befragen. Richard Strauss’ »Till Eulenspiegels lustige Streiche«, 1895 vom Orchester selbst uraufgeführt, zählt bis heute zu den brillantesten Orchesterwerken überhaupt – schillernd, spöttisch, mit überschäumender Spielfreude.
Ganz andere Töne schlägt Helmut Lachenmanns »Tanzsuite mit Deutschlandlied« an, mit der das Gürzenich-Orchester und das renommierte Quatuor Diotima dem Komponisten zum 90. Geburtstag gratulieren. In diesem subversiven Werk verwandelt Lachenmann vertraute Tanzrhythmen in klangliche Labyrinthe – und selbst Haydns »Kaiserquartett«, das dem Deutschlandlied zugrunde liegt, erscheint in radikal neuem Licht.
Den Schlusspunkt setzt ein musikalisches Feuerwerk: Maurice Ravels »La Valse« – ein schwindelerregender Walzertaumel voller Glanz, Verführung und Abgrund. Zuvor stehen zwei ikonische Werke der musikalischen Moderne auf dem Programm: Debussys »Prélude à l’après-midi d’un faune«, ein impressionistisches Klanggemälde von schwebender Sinnlichkeit, und George Gershwins »Rhapsody in Blue«, in der Jazz, Klassik und Improvisation auf einzigartige Weise verschmelzen. Starpianist Kirill Gerstein bringt mit Eleganz und Esprit die ganze rhythmische Energie dieses Klassikers zum Strahlen.
Auch zwischen den Komponisten spannt sich ein feiner Bogen: Gershwin, tief beeindruckt von Ravels Musik, bat diesen einst um Unterricht – worauf Ravel entgegnete: »Warum wollen Sie ein zweitklassiger Ravel sein, wenn Sie ein erstklassiger Gershwin sein können?« Die »Rhapsody in Blue« ist der klingende Beweis dafür – und ein glänzender Höhepunkt zum Finale dieser außergewöhnlichen Konzertreihe.