Sergej Taneev »Johannes Damascenus«

Sergej Taneev
»Johannes Damascenus«
Kantate für gemischten Chor und Orchester Libretto von Aleksej Tolstoj (1883/84)

Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn
Petr Fiala Einstudierung
Gürzenich-Orchester Köln
Dmitrij Kitajenko Dirigent

Sergej Taneev (1856-1915), der einzige Schüler, den Peter Tschaikowsky je unterrichtete, nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte der russischen Spätromantik ein. Bach, Händel und Mozart waren Zeit seines Lebens seine große Inspiration, und deren kontrapunktische Meisterschaft prägt bei allem russischen Kolorit auch die Chor-Kantate Ioan Damaskin (»Johannes Damascenus«). Aus dem Lebensweg des Kirchenvaters Johannes von Damaskus, der im 7. Jahrhundert  lebte, wählte Taneev einen Moment der Krise und des Umschlags: Der Theologe und Prediger, dem sein Redetalent den Beinamen »Der Gold verströmende« einbrachte, wandte sich von seinem bisherigen Leben ab und ins Kloster zurück. Aus einem langen Gedicht von Aleksej K. Tolstoj über Johannes von Damaskus wählte Taneev 16 Zeilen, die den Lebensweg des Menschen in Dunkelheit und Angst und seine Hoffnung auf Erlösung reflektieren. Er erschaffte dazu wunderbare Stimmungsbilder, in denen sich die Klänge orthodoxer Kirchengesänge mit russisch gefärbten Melodien verbinden - ein außergewöhnliches Werk, dem Dmitrij Kitajenko, der tschechische Philharmonische Chor Brünn und das Gürzenich-Orchester mit Ak­ku­ra­tes­se und Leidenschaft begegnen.

Aufgenommen am 18. Juni 2018
Philharmonie Köln

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