Das Kölner Bürgerorchester

Was ist das Bürgerorchester?

Einmal im Orchester spielen – für viele Kölner erfüllt sich dieser Wunsch im Kölner Bürgerorchester, das François-Xavier Roth in der Saison 2019/20 ins Leben gerufen hat. Die Initiative ist ihm eine Herzensangelegenheit, aber auch den Musikern seines Orchesters. Mehr als 40 von ihnen erarbeiten mit den Teilnehmern die Werke und unterstützen sie bei den Vorbereitungen auf das gemeinsame Konzert in der Kölner Philharmonie. Seite an Seite mit den Profis zu spielen, das ist eine große Motivation und macht viel Spaß. Denn in den Proben mit François-Xavier Roth kann man nicht nur viel lernen – es gibt auch viel zu lachen! 37 Geigen, 23 Celli, 14 Klarinetten und viele weitere Instrumente haben sich im Kölner Bürgerorchester versammelt, das rund 160 Mitspieler umfasst. Das musikalische Niveau der Teilnehmer ist sehr unterschiedlich. Für Harry Ogg, der als musikalischer Assistent von François-Xavier Roth durch die Proben führt, ist das kein Problem: »Manche haben erst vor fünf Jahren angefangen, ein Instrument zu spielen, andere wiederum haben bereits in anderen Orchestern musiziert. Aber gerade das gefällt uns! Auf diese Weise spiegelt unser Orchester die vielen Facetten einer lebendigen Gemeinschaft wider.« Stimmen, die zu schwierig sind, werden vereinfacht. Und die Erfahrenen helfen den weniger Erfahrenen. Die Philosophie lautet: Es gibt keine Konkurrenz.

KONTAKT

Clara Friedrichs
Projektleitung
(0221) 221 28595
spielmituns@guerzenich-orchester.de

Was passiert aktuell?

Bei uns gibt es keine Konkurrenz

Harry Ogg, Dirigent

Am 15. November 2020 sollte es endlich soweit sein: das erste Konzert des Kölner Bürgerorchesters mit François-Xavier Roth in der Kölner Philharmonie. Aufgrund des neuerlichen Lockdowns musste das Konzert leider erneut abgesagt werden. Aber wir arbeiten schon daran, einen alternativen Konzerttermin zu realisieren.

Beim kommenden Konzert werden gleich fünf Orchester spielen: Aufgrund der aktuellen Abstandsreglungen für Proben und Konzerte teilen sich unsere Musiker auf in zwei Streichorchester und drei Bläserformationen. Gespielt werden u.a. Werke von Pietro Mascagni, Carl Nielsen und Gustav Holst, von der erhabenen »Finlandia« von Jean Sibelius bis zu Béla Bartóks »Rumänischen Volkstänzen.

Bürgerorchester 2021

Wir wollen unsere Leidenschaft für klassische Musik mit möglichst vielen teilen. Ich freue mich schon sehr auf diese persönlichen Begegnungen.

François-Xavier Roth

Auch für die Saison 2020/21 hat François-Xavier Roth dazu eingeladen, gemeinsam mit ihm und seinem Orchester zu musizieren. Die Anmeldefrist dafür ist am 30. Sepetmebr 2020 abgelaufen.

Wer kann mitmachen?
Jeder, der ein Orchesterinstrument spielt und mindestens 16 Jahre alt ist. Durch die aktuelle Situation sind die Plätze in diesem Jahr leider begrenzt, über die Teilnahme wird durch ein Losverfahren entschieden. Für Klarinettisten ist aufgrund des Repertoires zu beachten, dass sie sowohl A-, als auch B-Klarinette spielen müssen.

Konzert
Das Konzert findet am 4. Juli 2021 um 18 Uhr in der Kölner Philharmonie statt.
Die Proben beginnen im Januar 2021 und finden im Probenzentrum der Bühnen der Stadt Köln statt. Die Bekanntgabe des genauen Probenplans erfolgt nach der Anmeldephase.

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Clara Friedrichs
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»Musik ist für alle da«

Ein Interview mit dem Dirigenten des Bürgerorchesters Harry Ogg

200 Kölnerinnen und Kölner spielen Seite an Seite mit den Orchestermusikern des Gürzenich-Orchesters. Das gemeinsame Ziel: ein Konzert mit François-Xavier Roth in der Kölner Philharmonie zu gestalten! Harry Ogg leitet das Pilotprojekt und gibt Einblicke in die faszinierende Probenarbeit.

Im Januar 2020 hast Du mit der ersten Probe den Startschuss für das Kölner Bürgerorchester gegeben. Was zeichnet dieses Orchester aus?
Unsere Prämisse war: Jeder darf mitspielen und wir sagen niemandem ab. Natürlich waren wir gespannt, was passieren würde. Das Orchester besteht aus mehr als 200 Menschen: Wir haben einen 82-jährigen Triangel-Spieler dabei, und der jüngste Teilnehmer ist gerade 16 Jahre alt.

Wie unterschiedlich sind die Erfahrungen der Mitspieler?
Es gibt Leute, die erst vor fünf Jahren angefangen haben, ein Instrument zu spielen, und andere wiederum, die bereits in anderen Orchestern gespielt haben. Dadurch ist das Niveau natürlich sehr unterschiedlich. Aber gerade das gefällt uns! Denn auf diese Weise spiegelt unser Orchester die vielseitigen Facetten einer lebendigen Gemeinschaft wider.

Wie gehst Du damit praktisch um?
Wir vereinfachen einzelne Stimmen. Aber manche Teilnehmer ermutigen wir auch dazu, zu üben und daran zu glauben, dass sie es schaffen werden. Wir finden auf jeden Fall für jeden eine Lösung. Unsere Philosophie lautet: Es gibt keine Konkurrenz in unserem Bürgerorchester. Wir wollen, dass alle eine schöne Zeit haben. Die Erfahrenen helfen den weniger erfahrenen Leuten.

Nach welchen Kriterien habt ihr das Programm zusammengestellt?
Es soll ambitioniert, aber trotzdem in der zur Verfügung stehenden Zeit machbar sein. Vor allem aber soll es Spaß machen, darum geht es an erster Stelle!

In Deiner Heimatstadt London hast Du während des Studiums ein eigenes Ensemble gegründet, das sich bereits etabliert hat. Worin bestehen für Dich als Dirigent beim Bürgerorchester die Herausforderungen?
Ich habe schon viel mit Laienorchestern gearbeitet, und ich weiß, was für eine große Steigerung wir von der ersten Probe bis zum Konzert erreichen können. Das wird eine tolle Erfahrung sein für alle, die mitmachen. Wir werden am Rhythmus, am Klang, an den Phrasierungen, am Zusammenspiel und am Aufeinander-Hören arbeiten. Es ist jedes Mal wieder faszinierend, wie sehr wir uns verbessern können. Normalerweise trage ich alleine die Verantwortung dafür. Doch in diesem besonderen Fall haben wir zusätzlich noch 20 Musiker aus dem Gürzenich-Orchester, die als Coaches fungieren.

Was ist deren Motivation?
Nun, es macht immer große Freude, das eigene Wissen weiterzugeben. Viele unserer Musiker sind Professoren an Musikhochschulen oder Instrumentallehrer. Im Bürgerorchester haben sie die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu vermitteln. Das Besondere ist, dass sie sich nicht aussuchen können, mit wem sie zusammenarbeiten. Doch sie sind sehr anpassungsfähig und offen gegenüber anderen Menschen. Ein anderer Aspekt ist, dass die Mitglieder des Bürgerorchesters nicht da sind, um mit ihrer Musik Geld zu verdienen, sondern allein deshalb, um sich zu freuen. Und das überträgt sich dann natürlich auch wieder auf uns Profi-Musiker. Mit Laienmusikern zu spielen, ist eine besondere Freude! Es ist schön, diese Begeisterung teilen zu können, in den Proben und auch im Konzert.

Am Ende übernimmt François-Xavier Roth die Proben und dirigiert das Konzert …
Das wird ein großes Fest. Er hat eine Energie, die sich auf jeden überträgt, der sich in seiner Nähe befindet. Und er besitzt eine Menschlichkeit, die ansteckend ist. Das spürt man übrigens auch beim Gürzenich-Orchester: Sobald François-Xavier vorne am Pult steht, klingt das Orchester anders. Es ist faszinierend zu beobachten. Viele der Mitglieder des Bürgerorchesters wünschen sich diese Erfahrung, mit ihm zu musizieren. Und jetzt bekommen sie die Gelegenheit dazu.

Was war der ausschlaggebende Impuls von François-Xavier Roth, das Bürgerorchester ins Leben zu rufen?
Für François-Xavier sind Community-Projekte mit Laienmusikern oder Menschen, die noch nie Musik gemacht haben, besonders wichtig. Denn Musik ist für alle da! Mit solchen Projekten wie dem Bürgerorchester schafft er es, Musik über die Grenzen des Konzertsaales hinaus zu vermitteln. Es ist ein bedeutender Teil seiner Philosophie. Außerdem war es sein Anliegen, eine persönlichere Verbindung zu unseren Zuschauern aufzubauen. Es sind auch viele Abonnenten unter den Musikern des Bürgerorchesters. Wir sind alle gespannt zu sehen, wie sich das Orchester weiterentwickelt, was die Zukunft bringen wird … denn François-Xavier hat natürlich noch viele spannende Ideen!

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