In seiner dritten Abokonzertserie am 10., 11. und 12. Mai in der Kölner Philharmonie setzt Andrés Orozco-Estrada seinen Schwerpunkt des romantischen und spätromantischen Repertoires mit Camille Saint-Saëns Cellokonzert und Gustav Mahlers erster Sinfonie fort. Den beiden Werken vorangestellt erklingt Anna Thorvaldsdóttirs Metacosmos. Gautier Capuçon ist wieder zu Gast beim Gürzenich-Orchester Köln.
Mit einem Programm von der Gegenwart bis zur Spätromantik lädt Andrés Orozco-Estrada zu einer musikalischen Reise durch unterschiedliche Klangwelten ein. Den Auftakt bildet Metacosmos (2018) der isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdóttir, ein Orchesterwerk voller suggestiver Sogwirkung. In schwebenden Klangflächen und eruptiven Verdichtungen entwirft Thorvaldsdóttir ein imaginäres Universum zwischen Ordnung und Auflösung, das die Grenzen zwischen Klang und Stille auslotet.
Mit dem Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 33 (1872) von Camille Saint-Saëns folgt ein Meisterwerk des romantischen Repertoires. Ungewöhnlich ist die durchkomponierte Anlage ohne traditionelle Satzpausen, die dem Werk eine besondere dramaturgische Geschlossenheit verleiht. Virtuosität und Eleganz verbinden sich hier mit lyrischer Kantabilität und machen das Konzert zu einem der beliebtesten Werke für Violoncello. Bereits bei seiner Uraufführung in Paris wurde es für seine Frische und formale Originalität gefeiert.
Den Abschluss bildet die Sinfonie Nr. 1 D-Dur »Titan« (1884–88) von Gustav Mahler. Ein Werk von visionärer Kraft und emotionaler Vielschichtigkeit. Mahler, der hier erstmals seine unverwechselbare Tonsprache entfaltet, verbindet Naturlaute, Volksliedanklänge und existenzielle Ausdruckstiefe zu einem neuartigen sinfonischen Kosmos. Die Bezeichnung »Titan«, die auf den gleichnamigen Roman von Jean Paul anspielt, verweist auf den heroischen Anspruch und die innere Dramatik der Musik. Über die Zeit entwickelte sich die Sinfonie zu einem Schlüsselwerk der spätromantischen Orchesterliteratur und markiert den Beginn von Mahlers sinfonischem Schaffen.
Der 1981 in Chambéry geborene Cellist Gautier Capuçon begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Violoncello und erhielt seine Ausbildung bei Philippe Muller in Paris sowie Heinrich Schiff in Wien. Heute zählt er zu den führenden Cellisten seiner Generation und ist weltweit als Solist mit renommierten Orchestern und Dirigenten zu erleben. Seine vielfach ausgezeichneten Einspielungen, darunter Ehrungen mit dem ECHO Klassik und den Victoires de la Musique, unterstreichen seine künstlerische Vielseitigkeit. Neben seiner internationalen Konzerttätigkeit engagiert er sich intensiv für den musikalischen Nachwuchs. Mit seiner Stiftung und der »Classe d’Excellence de Violoncelle« in Paris fördert er junge Talente. Darüber hinaus bringt er seit dem Jahr 2020 mit seinem Projekt »Un Été en France« klassische Musik gezielt in kleinere Städte und ländliche Regionen und eröffnet so neue Zugänge zur Konzertkultur.
Titan
10.05.2025 11 Uhr
11.05.2026 20 Uhr
12.05.2026 20 Uhr (auch im Livestream)
Kölner Philharmonie
Anna Thorvaldsdóttir
Metacosmos, 2018
Camille Saint-Saëns
Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 33, 1872
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur »Titan«, 1884–88
Gautier Capuçon, Violoncello
Andrés Orozco-Estrada, Dirigent
Gürzenich-Orchester Köln
Das Konzert am 12.05.2026 wird auch im Live-Stream zu erleben sein unter
https://mediathek.guerzenich-orchester.de/de
Let's GO – Die Konzerteinführung zum Mitnehmen
https://www.guerzenich-orchester.de/de/konzerteinfuehrung
Weitere Informationen und Karten unter
https://www.guerzenich-orchester.de/de/event-detail/titan
Fotos unter
https://www.guerzenich-orchester.de/de/presse/fotografien