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Pressemitteilung »Nacht« mit Susanna Mälkki

Susanna Mälkki kehrt mit Werken des beginnenden 19. Jahrhunderts zurück zum Gürzenich-Orchester Köln und führt zentrale Werke des musikalischen Symbolismus und Expressionismus zusammen. In der Konzertreihe »Nacht« am 14., 15. und 16. Mai in der Kölner Philharmonie stehen Paul Dukas‘ Ouvertüre zum 3. Akt von Ariane et Barbe-Bleue, Claude Debussys Nuages und Fêtes aus Trois Nocturnes und Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg. Die Solopartien übernehmen Victoria Karkacheva und Ryan McKinny.
03. Juni 2026

Susanna Mälkki kehrt mit Werken des beginnenden 19. Jahrhunderts zurück zum Gürzenich-Orchester Köln und führt zentrale Werke des musikalischen Symbolismus und Expressionismus zusammen. In der Konzertreihe »Nacht« am 14., 15. und 16. Juni in der Kölner Philharmonie stehen Paul Dukas‘ Ouvertüre zum 3. Akt von Ariane et Barbe-Bleue, Claude Debussys Nuages und Fêtes aus Trois Nocturnes und Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg. Die Solopartien übernehmen Victoria Karkacheva und Ryan McKinny.

Besonderheiten dieser Konzertreihe:

  • Pre-Concert-Talks mit Kriminalpsychologin Lydia Benecke jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn 

  • 16. Mai: Bock auf Klassik?! - für junge Menschen bis 28 Jahre, Einheitspreis 8 Euro inkl. Freigetränk

Mit der Ouvertüre zum 3. Akt aus Ariane et Barbe-Bleue (1907) von Claude Debussy steht ein selten gespieltes Beispiel für Debussys Opernschaffen auf dem Programm. Grundlage ist das gleichnamige Drama von Maurice Maeterlinck, das den Blaubart-Stoff aus einer emanzipierten Perspektive neu interpretiert. Die Ouvertüre bündelt zentrale musikalische Motive der Oper und zeichnet sich durch eine differenzierte, farbenreiche Orchestrierung aus, die weniger auf dramatische Kontraste als auf kontinuierliche klangliche Entwicklung setzt. Debussys Tonsprache bewegt sich hier zwischen symbolistischer Atmosphäre und einer Auflösung traditioneller harmonischer Funktionen.

Die beiden Sätze Nuages und Fêtes aus Trois Nocturnes (1900) zeigen exemplarisch Debussys Beitrag zur Entwicklung einer neuen Orchesterästhetik. Nuages arbeitet mit langsamen, nahezu statischen Klangverläufen und subtilen Farbverschiebungen, während Fêtes durch rhythmische Beweglichkeit und schichtartige Überlagerungen geprägt ist. Beide Stücke verzichten weitgehend auf klassische Formmodelle und entwickeln ihre Struktur aus assoziativen, athmosphärischen Entwicklungen heraus. 

Mit Herzog Blaubarts Burg (1911) von Béla Bartók wird der Blaubart-Stoff in einer konzentrierten, psychologisch ausgerichteten Form behandelt. Das Libretto von Béla Balázs reduziert die Handlung auf die Interaktion zweier Figuren und strukturiert das Werk entlang der sieben Türen des Schlosses als symbolische Stationen. Bartóks Musik verbindet spätromantische Klangsprache mit modalen und volksmusikalisch geprägten Elementen sowie einer starken motivischen Arbeit. 

Die Mezzosopranistin Victoria Karkacheva zählt zu den vielbeachteten Stimmen ihrer Generation und ist Ensemblemitglied der Deutsche Oper Berlin. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie als Preisträgerin des International Tchaikovsky Competition und durch Engagements an Häusern wie der Bayerische Staatsoper. Ihr Repertoire reicht von Mozart- und Rossini-Partien bis zu Rollen des 19. und 20. Jahrhunderts. 

Der amerikanische Bassbariton Ryan McKinny ist international für sein kraftvolles und nuancenreiches Timbre bekannt, insbesondere im Wagner-Fach. Er gastierte an führenden Opernhäusern wie der Metropolitan Opera und der Lyric Opera of Chicago. Zu seinen wichtigen Partien zählen u. a. Wotan im »Ring des Nibelungen« sowie Amfortas in »Parsifal«.

Die finnische Dirigentin Susanna Mälkki gehört zu den führenden Persönlichkeiten der internationalen Musikszene. Internationale Anerkennung erlangte sie als Chefdirigentin des Ensemble intercontemporain, wo sie sich besonders für zeitgenössische Musik profilierte. Später prägte sie als Leiterin des Helsinki Philharmonic Orchestra auch das klassische Repertoire und ist heute weltweit bei renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern und der New York Philharmonic gefragt. Susanna Mälkki arbeitet regelmäßig mit dem Gürzenich-Orchester zusammen, zuletzt war sie im November 2023 mit Werken von Dutilleux und Schubert zu Gast. 

Vor den Konzerten werden Pre-Concert-Talks mit der Kriminalpsychologin Lydia Benecke im Foyer der Philharmonie angeboten, die sich mit den psychologischen Themen des Blaubart-Stoffes auseinandersetzen. Lydia Benecke arbeitet als Diplom-Psychologin u.a. in einer sozialtherapeutischen Einrichtung des Justizvollzugs und in einer Sexualstraftäterambulanz. Ihre Schwerpunktthemen sind Persönlichkeitsstörungen, Paraphilien, Femizid, Traumata sowie Dynamiken in Subkulturen und Sekten. Unter ihren Publikationen sind auch die erfolgreichen Sachbücher »Auf dünnem Eis«, »Sadisten« und »Psychopathinnen«.

NACHT
14.06.2026 11 Uhr
15.06.2026 20 Uhr
16.06.2026 20 Uhr »Bock auf Klassik?!« - Konzert und Kölsch für alle unter 29 Jahren
Kölner Philharmonie

Pre-Concert-Talks mit Lydia Benecke jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn

Paul Dukas
Ariane et Barbe-Bleue – Ouvertüre zum 3. Akt, 1907

Claude Debussy
Nuages und Fêtes aus Trois Nocturnes, 1900

Béla Bartók
Herzog Blaubarts Burg
Oper in einem Akt op. 11, Sz 48, 1911

Victoria Karkacheva,Mezzosopran
Ryan McKinny,Bassbariton
Susanna Mälkki, Dirigentin
Gürzenich-Orchester Köln

Let's GO – Die Konzerteinführung zum Mitnehmen
https://www.guerzenich-orchester.de/de/konzerteinfuehrung

Weitere Informationen und Karten unter

https://www.guerzenich-orchester.de/de/event-detail/nacht
https://www.guerzenich-orchester.de/de/themen/konzert-essays/toenende-abgruende

Bock auf Klassik?! zum Einheitspreis von 8 Euro inkl. Freigetränk und After Hour:
https://www.guerzenich-orchester.de/de/event-detail/bock-auf-klassik-juni-2026

Fotos unter
https://www.guerzenich-orchester.de/de/presse/fotografien

Interview mit Lydia Benecke:
https://www.guerzenich-orchester.de/de/themen/interview-lydia-benecke