Musik von Bernd Alois Zimmermann

Canto di speranza

Sa 12.02.2022
20:00 Uhr
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Bernd Alois Zimmermann

»Sinfonie in einem Satz«. (1947-51), 2. Fassung

»Stille und Umkehr«. Orchesterskizzen (1970)

»Musique pour les Soupers du Roi Ubu«. (1962-67) Ballet noir en sept parties et une entrée für Orchester und Combo

»Photoptosis«. Prélude für großes Orchester (1968)

Hoffnung kann ungeahnte Kräfte wecken und Berge versetzen, aber man muss an sie glauben. Das formulierte der Komponist Bernd Alois Zimmermann im Kommentar zu seinem Cellokonzert »Canto di speranza«: »Hoffnung vermag einzig dem Licht zu spenden, der sich ihr anvertraut.« Und das leben das Gürzenich-Orchester Köln, sein Chefdirigent François-Xavier Roth und der Starregisseur Calixto Bieito ganz praktisch vor. Nachdem die eigentlich geplante Aufführung von Bernd Alois Zimmermanns Oper »Die Soldaten« mit ihrer ausufernden Besetzung nicht mit der aktuellen Corona-Lage in Einklang zu bringen ist, haben sie in kürzester Zeit ein Alternativprogramm mit herausragenden Werken von Bernd Alois Zimmermann vorbereitet.

»Menschliche Skulpturen des Absurden, der Melancholie und der Gewalt« ist der Abend überschrieben, der vier große Orchesterstücke von Zimmermann versammelt und damit eine spektakuläre Werkschau des solitären Komponisten (1918–1970) bietet. Seine Inspirationsquellen reichen von einer derben Politsatire um den egomanischen Kasperle-König Ubu über Albrecht Dürer bis zu moderner Kunst. Seine profunde Kenntnis der Musikgeschichte lässt Zimmermann in Form von Zitaten in seine Partituren einfließen - Wagners »Tristan« trifft auf Zwölftonmusik und Blues. Stets präsent ist Zimmermanns waches politisches Bewusstsein: für die Auswüchse der NS-Zeit etwa oder die Nöte und Hoffnungen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA.

François-Xavier Roth und Calixto Bieito fügen Zimmermanns Schlüsselwerke zu einer vielseitigen Installation mit Musik, Literatur, Licht und Theater. Vor allem aber setzen sie ein Zeichen der Hoffnung in Zeiten der Ungewissheit.

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