Abokonzert 11

Gaukler

Mo 30.05.2022
20:00 Uhr
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Igor Strawinsky

»Chant funèbre« op. 5 (1908)

Richard Strauss

Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur (1942)

Igor Strawinsky

»Petrushka« (1947)

Eine Sensation: In der Bibliothek des Konservatoriums von St. Petersburg stieß eine Mitarbeiterin 2015 in einem Konvolut verstaubter Noten auf einen Satz Orchesterstimmen. Bald war klar, dass es sich dabei um Igor Strawinskys »Chant funèbre« handelte. Bislang galt dieses Werk als verschollen, der 26-Jährige hatte es 1908 anlässlich des Todes seines Lehrers Nikolai Rimsky-Korsakow komponiert. Auch in Köln war der Trauergesang für Orchester, ein düsteres Epitaph ganz im Geist der Spätromantik, bislang noch niemals zu hören. Das Gürzenich-Orchester feiert seine Wiederentdeckung.

Strawinsky, ein Chamäleon, ein Gaukler zwischen den Stilen: Völlig andere Töne schlägt er im nur drei Jahre später entstandenen Ballett »Petruschka« an. Nach dem enormen Erfolg von »Der Feuervogel« bestellte Sergej Djagilew, der mächtige Impresario der Ballets Russes, eine weitere Ballettmusik bei Strawinsky. Der schuf mit seinem bunten Jahrmarkts-Bilderbogen eine virtuose Groteske rund um die hölzernen Protagonisten eines Puppenspiels, die durch die Macht der Musik zum Leben erweckt werden. Der Klang des Horns faszinierte Richard Strauss zeitlebens. Mit dem Instrument und seinen Möglichkeiten war er seit Kindertagen vertraut, denn sein Vater war Hornist im Münchner Hofopernorchester. Für ihn entstand das 1. Hornkonzert, ein eleganter Geniestreich des 18-Jährigen. Das 2. Hornkonzert hingegen ist ein lebenssatter Vorgriff auf Strauss’ Schwanengesang, die »Vier letzten Lieder« – und vielleicht die späte Aufarbeitung eines Vaterkomplexes?

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