Abokonzert 2

Liebestod

Mo 04.10.2021
20:00 Uhr
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Jean Sibelius

Vionkonzert d-Moll op. 47 (1903/1905)

Sergej Prokofjew

»Romeo und Julia« op. 64 (1935)

Er verführe sein Publikum mit »Hexenkunst und Wiener Charme«, schrieb die Presse über den erst 26-jährigen österreichischen Geiger Emmanuel Tjeknavorian. Doch nicht nur als Instrumentalist macht er derzeit eine rasante Karriere, sondern auch als Dirigent. Zum Gürzenich-Orchester kommt er allerdings als Geiger und hat sich für seinen Einstand nichts Geringeres als das Violinkonzert von Jean Sibelius vorgenommen – nicht nur das einzige Solokonzert des finnischen Nationalkomponisten, sondern sozusagen der Mount Everest unter den Violinkonzerten: ein gewaltiger Monolith, der zwar viele Geiger beim Gipfelsturm scheitern ließ, den Hörer aber ab der ersten Note mit seiner nordischen, weit ausschwingenden Melodik in Bann zieht. »Ich sehne mich nach Stille und Ruhe«, bekannte Sibelius, bevor er aus der Großstadt Helsinki in ein schlichtes Landhaus am Ufer eines Sees zog. Dort entstand das Violinkonzert in seiner ganz eigenen, glasklaren, unwiderstehlichen Klangsprache.

Aus den schneebedeckten Weiten Finnlands ins sonnenwarme Verona: Dort spielt die Liebesgeschichte aller Liebesgeschichten, die gleichnishafte Tragödie darüber, wie Vorurteile, Stolz und Konvention zwei junge Menschen in eine tödliche Katastrophe treiben. William Shakespeare sicherte sich mit seinem Drama »Romeo und Julia« Unsterblichkeit, Sergej Prokofjew tat es ihm 350 Jahre später nach: 1935 komponierte er für das Moskauer Bolschoi-Theater seine berühmte Ballettmusik.

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