Dirigenten

François-Xavier Roth

Gürzenich-Kapellmeister

François-Xavier Roth, seit 2015 Gürzenich-Kapellmeister und Generalmusikdirektor der Stadt Köln, ist einer der aufregendsten und gefragtesten Dirigenten der Gegenwart. Mit Charisma und tiefer innerer Überzeugung belebt er die internationale Szene als Fürsprecher klassischer Musik jeder Art. Seine Konzertprogramme bestechen durch ihre Fantasie, durch Mut, Experimentierfreude und die Leidenschaft für Neuentdeckungen. Zusammen mit dem Gürzenich-Orchester pflegt François-Xavier Roth dessen große Tradition, schlägt dabei aber mit untrügbarem Qualitätsbewusstsein Brücken zur Musik unsere Tage: Zahlreiche Werke bedeutender Komponisten der Jetztzeit (z. B. Georg Friedrich Haas, Philippe Manoury, Martin Matalon) wurden vom Gürzenich-Orchester unter Roths Leitung uraufgeführt. Das Projekt Fanfares for a new Beginning des Gürzenich-Orchesters, bei dem während der Corona-Pandemie zehn bedeutende Komponisten mit jeweils einem kurzen Bläserstück beauftragt wurden und damit ein tönendes Signal der Zuversicht in einer Phase kulturellen Stillstands setzten, war ebenfalls eine Initiative François-Xavier Roths.

Auch international schätzt man François-Xavier Roths prägnante, geradlinige Herangehensweise und sein Streben nach Authentizität. So arbeitet der Gürzenich-Kapellmeister regelmäßig mit prominenten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, dem Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Cleveland Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern und dem Tonhalle-Orchester Zürich. Seit der Saison 2017/18 ist er außerdem Principal Guest Conductor des London Symphony Orchestra und Associate Artist der Philharmonie de Paris.

Unter Roths messerscharfem Dirigat erstrahlen die Interpretationen (...) mit rhythmischem Schwung, einer frischen Spielweise, Energie, Humor und Elan. Virtuosität und Verve leuchten in jedem Takt.

Richard Morrison, The Times

2003 gründete Roth das Orchester Les Siècles, mit dem er so innovative wie kontrastreiche Programme konzipiert und diese – je nach Repertoire – auf modernen und historischen Instrumenten umsetzt. Mit Les Siècles tritt er in ganz Europa sowie in China und Japan auf.

Die gezielte Förderung des musikalischen Nachwuchses ist François-Xavier Roth ein besonderes Herzensanliegen. So leitet er das Panufnik Young Composers Scheme des London Symphony Orchestra, das aufstrebenden Komponisten ein Forum bietet. Zusammen mit dem Gürzenich-Orchester unterstützt er im Rahmen des internationalen Projekts Momentum begabte junge Musiker und hat beim Gürzenich-Orchester eine Orchesterakademie gegründet.

François-Xavier Roth möchte auch junges Konzertpublikum für Musik begeistern: Kinder- und Mitmachkonzerte gehören zu den festen Bestandteilen seiner Arbeit. Er unterstützt das Musikvermittlungsprogramm Ohrenauf! des Gürzenich-Orchesters, das 2017 für seine Angebote mit dem Junge Ohren Preis ausgezeichnet wurde. Roths Initiative eines Kölner Bürgerorchesters ermöglicht engagierten Laienmusikern die Arbeit an der Seite von Profis.

Die regelmäßigen Kritiken zu François-Xavier Roths gefeierten Aufnahmen in unserem Magazin deuten vor allem auf eines hin: Weder sein Ansatz noch der Klang oder die Vision dahinter haben jemals auch nur den Anschein von Routine.

Mark Cullingford, The Gramophone

Eine umfangreiche, mit renommierten Preisen ausgezeichnete Diskografie dokumentiert François-Xavier Roths Kreativität. So ist er der jüngste Träger des Ehrenpreises der Deutschen Schallplattenkritik. »Dunkel, aufrührend, packend« sei Roths Interpretationsansatz bei Beethoven, befand die Süddeutsche Zeitung, »Durchgeistigt, aber nie langweilig, von seltener Klarheit« seine Sicht auf Gustav Mahler, so das Klassik-Magazin concerti. Mit dem Gürzenich-Orchester hat François-Xavier Roth Gustav Mahlers 3. und 5. Sinfonie und die Sinfonien Nr. 1 und Nr. 4 von Robert Schumann auf CD vorgelegt. »Schumann at his best!«, so das Urteil der FAZ. Gerade erschienen ist eine Aufnahme mit Sinfonischen Dichtungen von Richard Strauss, gemeinsam mit dem diesjährigen Artist in Residence des Gürzenich-Orchesters, dem Cellisten Jean-Guihen Queyras.

Für seine Verdienste als Musiker, Dirigent und Lehrender wurde François-Xavier Roth vom französischen Staatspräsidenten zum Chevalier de la Légion d’Honneur ernannt.

Nicholas Collon

Erster Gastdirigent

Der britische Dirigent Nicholas Collon ist Gründer und Chefdirigent des dynamischen Aurora Orchestra, Chefdirigent des Residentie Orkest in Den Haag, Chefdirigent des Finnischen Radio-Sinfonieorchesters seit der Saison 2021/22 und seit 2017/18 Erster Gastdirigent des Gürzenich-Orchester Köln.

Sein eleganter Dirigierstil und musikalischer Entdeckergeist, verbunden mit seiner grenzenlosen Kreativität und aufregenden Programmideen haben für Einladungen namhafter Orchester gesorgt, darunter das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Chamber Orchestra of Europe, das Ensemble Intercontemporain, das Danish National Symphony Orchestra, das Orchester Les Siècles und die Bamberger Symphoniker sowie viele führende britische Klangkörper wie das Philharmonia Orchestra, das Hallé Orchestra Manchester und das City of Birmingham Symphony Orchestra. In der Konzertsaison 2018/19 gab Nicolas Collon mit dem Toronto Symphony Orchestra sein Nordamerika-Debüt sowie mit dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra sein Japan-Debüt. Darüber hinaus stand er das erste Mal mit dem Oslo Philharmonic Orchestra, dem Orchestre National de France sowie dem Orchestre National de Lyon auf der Bühne. Nach Aufführungen von Brittens Peter Grimes wird er auch an die Oper Köln zurückkehren. Das 2004 in London gegründete Aurora Orchestra hat sich unter der künstlerischen Leitung von Collon sowohl in Großbritannien als auch im Ausland einen exzellenten Ruf erspielt, und ist unter anderem regelmäßig im Concertgebouw Amsterdam sowie in der Kölner Philharmonie zu Gast. Collon hat über 200 Neukompositionen dirigiert, darunter UK- und Weltpremieren der Werke von Unsuk Chin, Phillip Glass, Colin Matthews, Nico Muhly, Olivier Messiaen, Krzysztof Penderecki und Judith Weir. Zudem war Collon bereits mit der Glyndebourne Festival Opera auf Tournee und als Gastdirigent an der English National Opera sowie an der Welsh National Opera zu erleben.

 

Konzerte mit Nicholas Collon in der Saison 2021/22

Ehrendirigenten

Dmitrij Kitajenko

Dmitrij Kitajenko und das Gürzenich-Orchester Köln verbindet ein jahrzehntelanger künstlerischer Austausch, der auf gegenseitiger Wertschätzung beruht. Seit der russische Dirigent 1987 erstmals das Gürzenich-Orchester dirigierte, haben die gemeinsamen Konzerte und vielfach ausgezeichneten CD-Produktionen einen Erfahrungsschatz wachsen lassen, der jede Aufführung zu einem besonderen Erlebnis macht. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt im russischen romantischen Repertoire, das Kitajenko, 1940 in Leningrad geboren, authentisch wie kein anderer Dirigent zu interpretieren vermag – hochdifferenziert, unsentimental und tief bewegend. Neben der Arbeit mit den Gürzenich-Kapellmeistern war die Beziehung zu Kitajenko für das Orchester so prägend, dass es den russischen Maestro 2009 zu seinem Ehrendirigenten ernannte.

Viele der CD-Aufnahmen, die das Orchester mit ihm realisierte, gelten als Referenzeinspielungen. Allen voran der Zyklus der fünfzehn Sinfonien von Dmitrij Schostakowitsch, der unter anderem 2005 mit einem ECHO Klassik und 2006 mit dem MIDEM Classical Award ausgezeichnet wurde. Es folgten vielfach prämierte Gesamteinspielungen der sinfonischen Werke von Sergej Prokofjew, Sergej Rachmaninow und Peter Tschaikowsky, ergänzt um zahlreiche Solowerke und, im Falle Tschaikowskys, um den Operneinakter Jolanthe.

In den letzten Jahren stellte Kitajenko bei seinen Kölner Konzerten nahezu unbekannte Werke aus Russland vor, etwa die Kantate Alexander Newski von Prokofjew oder Modest Mussorgskys Lieder und Tänze des Todes für Bass und Orchester, die Ballettsuite Spartakus von Aram Chatschaturian oder von Sergej Taneev die Kantate Johannes Damascenus. 2015 dirigierte Kitajenko das Gürzenich-Orchester erstmals mit Musik von Jean Sibelius, die parallel zu den Konzerten entstandene CD-Produktion der 2. Sinfonie erhielt den ICMA-Preis 2019 sowie den Supersonic Award der Zeitschrift Pizzicato. Zuletzt spielte er mit dem Gürzenich-Orchester von Alexander Skrjabin die 2. Sinfonie und Le Poème de l’extase ein.
Zur CD-Seite

www.kitajenko.com

Konzerte mit Dmitrij Kitajenko in der Saison 2021/22

Günter Wand (1912-2002)

Das Gürzenich-Orchester Köln hat unter seinen Kapellmeistern nicht wenige Dirigenten von Weltrang. Einer der bedeutendsten ist Günter Wand, der 1939 als Erster Kapellmeister an die Kölner Oper kam und von 1946 bis 1974 als Generalmusikdirektor und Gürzenich-Kapellmeister das Orchester prägte. Das Gürzenich-Orchester entwickelte sich unter seiner Leitung zu einem hervorragenden Ensemble, das sich nicht nur durch exzellente Aufführungen im klassisch-romantischen Bereich bewährte, sondern auch auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik. Eine große Zahl an Ur- und Erstaufführungen zeugen davon: So das Konzert für Orchester von Bernd Alois Zimmermann (1946), das Konzert für Violoncello und Orchester von Wolfgang Fortner (1951) und Werke von Olivier Messiaen, um nur einige Beispiele zu nennen. Legendär ist dabei seine strenge Auffassung von Werktreue: Als er als noch junger Dirigent gefragt wurde, wie er Beethovens 9. Sinfonie interpretieren werde, ob eher wie Arturo Toscanini oder mehr im Stile Wilhelm Furtwänglers, war seine Antwort: »Wie Beethoven«. In den späteren Jahren konzentrierte er sich fast ausschließlich auf Werke der Klassik und Romantik, seine Schallplattenaufnahmen der Bruckner- und Schubert-Sinfonien aus den 1980er-Jahren gelten noch immer als Referenzeinspielungen.

Harry Ogg

Musikalischer Assistent

Harry Ogg ist in der Saison 2019/2020 musikalischer Assistent des Gürzenich-Kapellmeisters François-Xavier Roth. Er assistiert bei zahlreichen Orchesterprojekten und dirigiert eigene Konzerte. Zudem leitet er die Proben mit dem neu gegründeten Kölner Bürgerorchester.

Harry Ogg ist ebenfalls Associate Conductor der Welsh National Opera, nachdem er im Finale des Donatella-Flick-Dirigentenwettbewerbs 2018 mit dem London Symphonie Orchester im Barbican Centre aufgetreten war. Zu den Höhepunkten zählen das Dirigat von Carmen im Frühjahr 2020 und eine Assistenz bei Tomáš Hanus für Sergeji Prokofjews Krieg und Frieden mit dem Welsh National Opera Orchester im Royal Opera House. Harry Ogg dirigierte zudem das WNO-Orchester 2019 in der Saffron Hall und bei Auftritten in ganz Wales.
Zu seinen jüngsten Engagements zählen Humperdincks Königskinder am Theater am Revier in Gelsenkirchen und die Leitung des Bergen Philharmonic Orchestra zur Vorbereitung der Proben für Edward Gardner. Weitere bemerkenswerte Projekte sind Aufführungen von Don Giovanni und The Turn of the Screw im Opera Holland Park mit der City of London Sinfonia, Aufnahmen von Brittens World War Two Radio Plays mit dem Hallé-Orchestra, Manchester, sowie Konzerte mit den London Mozart Players, der Jenaer Philharmonie, der Philharmonie Hradec Králové und der Nordböhmischen Philharmonie Tepliz.
Harry Ogg studierte Dirigieren bei Nicolás Pasquet und Ekhart Wycik an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar und am Clare College in Cambridge. Er wurde im März 2018 für das Deutsche Dirigentenforum ausgewählt und gewann im Herbst 2018 den 2. Preis beim Dirigentenwettbewerb des MDR-Sinfonieorchesters in Leipzig. Im Januar 2020 übernahm er mit großem Erfolg als Einspringer das Abokonzert 5 mit Musik von Karol Szymanowski und Wolfgang Amadeus Mozart.

Konzerte mit Harry Ogg in der Saison 2021/22

scroll top