Dirigenten

François-Xavier Roth

Gürzenich-Kapellmeister

Charismatisch, voller Entdeckergeist und mit unbestechlichem Qualitätsanspruch: François-Xavier Roth, seit 2015 Gürzenich-Kapellmeister und Generalmusikdirektor der Stadt Köln, ist einer der aufregendsten und gefragtesten Dirigenten der Gegenwart. Seine Konzertprogramme begeistern durch Fantasie, Mut, Experimentierfreude und die Leidenschaft für Neues. Zusammen mit dem Gürzenich-Orchester pflegt François-Xavier Roth dessen große Tradition, schlägt dabei aber mit untrüglichem Qualitätsbewusstsein Brücken zur Musik unserer Tage: Zahlreiche Werke bedeutender Komponisten der Jetztzeit (z. B. Georg Friedrich Haas, Philippe Manoury, Martin Matalon, Miroslav Srnka oder Vito Žuraj) wurden vom Gürzenich-Orchester unter Roths Leitung uraufgeführt.

Auch international schätzt man François-Xavier Roths prägnante, geradlinige Herangehensweise und sein Streben nach Authentizität. So arbeitet der Gürzenich-Kapellmeister regelmäßig mit prominenten Orchestern wie den Berliner und Münchner Philharmonikern, dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem Cleveland Orchestra oder dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Außerdem ist er Principal Guest Conductor des London Symphony Orchestra.

2003 gründete François-Xavier Roth das Orchester Les Siècles, mit dem er so innovative wie kontrastreiche Programme konzipiert und diese – je nach Repertoire – auf modernen und historischen Instrumenten umsetzt. Unter Roths Leitung ist Les Siècles seit 2019 Residenzorchester beim Atelier Lyrique de Tourcoing, dessen künstlerischer Leiter er auch ist. Eine weitere Residenz hat Les Siècles seit 2022 beim Théâtre des Champs-Élysées inne.

 

Die gezielte Förderung des musikalischen Nachwuchses ist François-Xavier Roth ein besonderes Herzensanliegen. So leitet er das Panufnik Young Composers Scheme des London Symphony Orchestra, unterstützt im Rahmen des internationalen Projekts Momentum begabte junge Musiker und gründete beim Gürzenich-Orchester eine Orchesterakademie.

Eine umfangreiche, mit renommierten Preisen ausgezeichnete Diskografie dokumentiert François-Xavier Roths Kreativität. Er ist der jüngste Träger des Ehrenpreises der Deutschen Schallplattenkritik. Mit dem Gürzenich-Orchester hat er Gustav Mahlers 3. und 5. Sinfonie sowie Sinfonische Dichtungen von Richard Strauss vorgelegt. Von einem Zyklus sämtlicher Bruckner-Sinfonien, die Roth ebenfalls mit dem Gürzenich-Orchester aufnahm, sind bereits die Sinfonien Nr. 3, Nr. 4, Nr. 7 und Nr. 9 erschienen. Auch einen Schumann-Zyklus hat François-Xavier Roth mit dem Gürzenich-Orchester vollendet, veröffentlicht sind hier bislang die Sinfonien Nr. 1 und Nr. 4.

Für seine Verdienste als Musiker, Dirigent und Lehrender wurde François-Xavier Roth vom französischen Staatspräsidenten zum Chevalier de la Légion d’Honneur ernannt. Zur Spielzeit 2025/2026 wird er die Position des Chefdirigenten und Künstlerischen Leiters des SWR Symphonieorchesters übernehmen.

Unter Roths messerscharfem Dirigat erstrahlen die Interpretationen (...) mit rhythmischem Schwung, einer frischen Spielweise, Energie, Humor und Elan. Virtuosität und Verve leuchten in jedem Takt.

Richard Morrison, The Times

Ehrendirigenten

Dmitrij Kitajenko

Dmitrij Kitajenko und das Gürzenich-Orchester Köln verbindet ein jahrzehntelanger künstlerischer Austausch, der auf gegenseitiger Wertschätzung beruht. Seit der russische Dirigent 1987 erstmals das Gürzenich-Orchester dirigierte, haben die gemeinsamen Konzerte und vielfach ausgezeichneten CD-Produktionen einen Erfahrungsschatz wachsen lassen, der jede Aufführung zu einem besonderen Erlebnis macht. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt im russischen romantischen Repertoire, das Kitajenko, 1940 in Leningrad geboren, authentisch wie kein anderer Dirigent zu interpretieren vermag – hochdifferenziert, unsentimental und tief bewegend. Neben der Arbeit mit den Gürzenich-Kapellmeistern war die Beziehung zu Kitajenko für das Orchester so prägend, dass es den russischen Maestro 2009 zu seinem Ehrendirigenten ernannte.

Viele der CD-Aufnahmen, die das Orchester mit ihm realisierte, gelten als Referenzeinspielungen. Allen voran der Zyklus der fünfzehn Sinfonien von Dmitrij Schostakowitsch, der unter anderem 2005 mit einem ECHO Klassik und 2006 mit dem MIDEM Classical Award ausgezeichnet wurde. Es folgten vielfach prämierte Gesamteinspielungen der sinfonischen Werke von Sergej Prokofjew, Sergej Rachmaninow und Peter Tschaikowsky, ergänzt um zahlreiche Solowerke und, im Falle Tschaikowskys, um den Operneinakter Jolanthe.

In den letzten Jahren stellte Kitajenko bei seinen Kölner Konzerten nahezu unbekannte Werke aus Russland vor, etwa die Kantate Alexander Newski von Prokofjew oder Modest Mussorgskys Lieder und Tänze des Todes für Bass und Orchester, die Ballettsuite Spartakus von Aram Chatschaturian oder von Sergej Taneev die Kantate Johannes Damascenus. 2015 dirigierte Kitajenko das Gürzenich-Orchester erstmals mit Musik von Jean Sibelius, die parallel zu den Konzerten entstandene CD-Produktion der 2. Sinfonie erhielt den ICMA-Preis 2019 sowie den Supersonic Award der Zeitschrift Pizzicato. Zuletzt spielte er mit dem Gürzenich-Orchester von Alexander Skrjabin die 2. Sinfonie und Le Poème de l’extase ein.
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www.kitajenko.com

Konzerte mit Dmitrij Kitajenko in der Saison 2022/23

Günter Wand (1912-2002)

Das Gürzenich-Orchester Köln hat unter seinen Kapellmeistern nicht wenige Dirigenten von Weltrang. Einer der bedeutendsten ist Günter Wand, der 1939 als Erster Kapellmeister an die Kölner Oper kam und von 1946 bis 1974 als Generalmusikdirektor und Gürzenich-Kapellmeister das Orchester prägte. Das Gürzenich-Orchester entwickelte sich unter seiner Leitung zu einem hervorragenden Ensemble, das sich nicht nur durch exzellente Aufführungen im klassisch-romantischen Bereich bewährte, sondern auch auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik. Eine große Zahl an Ur- und Erstaufführungen zeugen davon: So das Konzert für Orchester von Bernd Alois Zimmermann (1946), das Konzert für Violoncello und Orchester von Wolfgang Fortner (1951) und Werke von Olivier Messiaen, um nur einige Beispiele zu nennen. Legendär ist dabei seine strenge Auffassung von Werktreue: Als er als noch junger Dirigent gefragt wurde, wie er Beethovens 9. Sinfonie interpretieren werde, ob eher wie Arturo Toscanini oder mehr im Stile Wilhelm Furtwänglers, war seine Antwort: »Wie Beethoven«. In den späteren Jahren konzentrierte er sich fast ausschließlich auf Werke der Klassik und Romantik, seine Schallplattenaufnahmen der Bruckner- und Schubert-Sinfonien aus den 1980er-Jahren gelten noch immer als Referenzeinspielungen.

Ustina Dubitsky

Assistentin des Gürzenich-Kapellmeisters

Ustina Dubitsky war Mitglied des Kinderchors der Bayerischen Staatsoper, während sie gleichzeitig eine intensive Geigenausbildung genoss. Als Konzertmeisterin in verschiedenen Jugendorchestern konnte sie ihre Führungsqualitäten entwickeln, u. a. mit Dirigenten wie Mariss Jansons. Sie studierte Orchesterdirigieren in Weimar und Zürich. Zu ihren Lehrern gehörten Johannes Schlaefli, Markus L. Frank, Gunter Kahlert und Nicolás Pasquet. Weitere Impulse erhielt sie in Meisterkursen von Péter Eötvös, David Zinman und Paavo Järvi. 2022 gewann sie in Philharmonie de Paris beim Dirigierwettbewerb La Maestra in der Philharmonie de Paris den Orchesterpreis und war bis März 2024 Stipendiatin der Akademie La Maestra. Seit 2022 ist sie musikalische Assistentin des Gürzenich-Kapellmeisters François-Xavier Roth. In den letzten Jahren dirigierte sie Orchester wie die Dresdner Philharmonie, das Orchestre de Paris, das Luxemburg Philharmonic, das Gürzenich-Orchester Köln, das Orquestra Sinfónica do Porto Casa da Música und das Ensemble Modern. Mit der Neuproduktion Lucrezia / Der Mond debütiert sie an der Bayerischen Staatsoper.

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